Der "Stecken" : Wo es noch "Grombiera ond Käs" gibt - Die Ära Löcherbach

1985 kam Erna Löcherbach zu Ohren, dass "Tina und Lena" - so nannten beinahe alle Gäste die damaligen Pächterinnen der "Weinstube zum Rebstock" Katharina und Magdalena Baur - nach fast drei Jahrzehnten ans Aufhören dachten. Erna Löcherbach griff zu und trat die Nachfolge an. So wie die beiden Schwestern den "Rebstock" unnachahmlich geprägt haben genauso hat ihn mittlerweile auch Erna Löcherbach in den vergangenen Jahren unverwechselbar gemacht. Unverwechselbar dank der belegten warmen Seele, dank der Nudelsuppe und dank "Grombiera ond Käs", die man im Rebstock auch noch spät nachts serviert bekommt. 1999 hat Ihr Sohn, Rolf Löcherbach, den „Stecken“ übernommen. Er führt Ihn auf seine Art genauso traditionell weiter, wie seine Mutter. Der Rebstock ist eben der Rebstock, und zwar seit über 125 Jahren.

Wie entstand der Rebstock?

1870 hatte die Witwe des Küfermeisters Johannes Günter in dem 1547 erstmals erwähnten Haus in der Biberacher Consulentengasse die Wirtschaft "Zum goldenen Rebstock" eingerichtet. 1903 eröffnete Eugen Hörnle ebendort eine Weinhandlung mit einer Probierstube, die bald zur Weinwirtschaft wird: zum "Goldenen Rebstock". Eugen Hörnle, der in der elterlichen Hecht-Brauerei das Bierbrauen gelernt hatte, soll damals gesagt haben: "Bier macha, des kann i scho, no wer i au en Wei nabrenga." Seine Frau, die Oberlehrerstochter Anna Beck, hatte als Mitgift in die Ehe die Bestuhlung der Wirtschaft eingebracht. Jene Bänke und Tische, maßgezimmert, stehen noch heute im "Rebstock" und tragen zur Gemütlichkeit des Weinlokals bei. Seit rund 30 Jahren gehört die Weinstube zur Biber-Brauerei.